11.02.2011 Bürgerengagement
Der demografische Wandel macht sich in den Bezirken bemerkbar. “Es gibt mehr Ältere, immer weniger Kinder und immer mehr Menschen aus unterschiedlichen Ländern. Diese Veränderungen öffnen auch Chancen. Damit dies nicht abstrakt bleibt, braucht unsere Stadtgesellschaft Bürger, die diese neue Vielfalt leben und den Wandel organisieren“, erklärt Klaus-Peter Murawski, Bürgermeister für Allgemeine Verwaltung und Krankenhäuser, in dessen Bereich das Projekt “Demografischer Wandel“ angesiedelt ist.
Um das Gemeinwesen und Miteinander der Generationen vor Ort zu stärken, nehmen jetzt Demografie-Lotsen ihre Arbeit auf. Ihre Aufgabe ist es, in enger Abstimmung mit den Bezirksvorstehern das Ehrenamt in den Bezirken zu fördern und eigene Projekte zu verwirklichen. Dazu werden sie acht Stunden in der Woche ehrenamtlich arbeiten. Zu den möglichen Aufgaben gehören Besuchsdienste, Vorlese- und Theaterprojekte mit Alt und Jung sowie das Erstellen einer Übersicht von generationsübergreifenden Dienstleistungen.
Bürgermeister Murawski führte heute die ersten Demografie-Lotsen feierlich in ihr Amt ein. Sie engagieren sich künftig in den Bezirken Stuttgart-Süd, Bad Cannstatt, Botnang, Degerloch, Obertürkheim, Plieningen, Birkach, Wangen und Weilimdorf.
Eine Bürgerin aus Bad Cannstatt möchte eine Anlaufstelle für die Fragen des Alltags bieten. “Es ist mir ein Anliegen, dass Älteren genauso wie zum Beispiel jungen Müttern mit beruflichem Wiedereinstiegswunsch geholfen wird. Durch meine Tätigkeit sollen Angebot und Nachfrage zusammenkommen.“
Ein Rentner begründet sein ehrenamtliches Engagement mit dem Wunsch, seine freie Zeit mit anderen Menschen zu verbringen. “Nun bin ich viermal in der Woche im Generationenhaus Heslach, gebe dort Nachhilfe für Kinder und unterstütze und berate vor allem Familien mit Migrationshintergrund.“
Die Demografie-Lotsen werden durch das Programm “Freiwilligendienste aller Generationen“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das Sozialministerium Baden-Württemberg und den Städtetag Baden-Württemberg unterstützt. Ziel ist es, Impulse aus den demografischen Zukunftskonferenzen weiterzuentwickeln, die in den letzten Jahren in einem Großteil der 23 Stuttgarter Stadtbezirke durchgeführt wurden.


