25.10.2010 Umwelt
Um Schulen beim verantwortungsbewussten Umgang mit Energie und Wasser zu unterstützen, hat das Amt für Umweltschutz Mitte des Jahres 2008 das Projekt LESS (Lukratives Energiesparen in Stuttgarter Schulen) gestartet.
Die Bürgermeisterin für Kultur, Bildung und Sport, Dr. Susanne Eisenmann, hat den 23 Schulen, die im vergangenen Jahr am Projekt teilgenommen haben, am Montag, 25. Oktober, im Rathaus ihre Preise überreicht.
“Klima- und Umweltschutz gehören zu den wichtigsten Zukunftsthemen unserer Gesellschaft“, erklärte Eisenmann. “Daher freut es mich besonders, dass so viele Schulen an diesem Projekt teilnehmen und sich aktiv mit diesem bedeutungsvollen Thema auseinandersetzen.“
Auch der Bürgermeister für Städtebau und Umwelt, Matthias Hahn, dankte den Schulen für ihr Engagement: “Der Versuch, nachhaltig Energie einzusparen, war bei allen Schulen von Erfolg gekrönt, da das Thema in den Köpfen nun stärker verankert ist. Schüler, Lehrer und Hausmeister haben hierzu in allen Schulen intensiv über Notwendigkeiten und Möglichkeiten zum Energie- und Wassersparen diskutiert.“
Hahn betonte, dass gerade Menschen, die in den Schulen lernen und arbeiten, für das Energiesparen sensibilisiert werden müssten. Mit dem Programm LESS haben die Schulen die Möglichkeit, Geld für die eigene Schule zu verdienen.
Schüler, Lehrer und Hausmeister sind aufgefordert, gemeinsam Energiesparpotenziale zu entdecken und auszuschöpfen. Als Motivation können die Schulen 50 Prozent des eingesparten Geldes behalten.
Folgende zwölf Schulen haben dadurch im vergangenen Jahr zusammen rund 9000 Euro verdient, die sie frei verwenden dürfen: Kaufmännische Schule Stuttgart-Süd, Rilke-Realschule in Rot, Hohewartschule in Feuerbach, Realschule Feuerbach, Wilhelmschule in Untertürkheim, Wolfbuschschule in Weilimdorf, Hölderlin-Gymnasium in Stuttgart-Nord, Robert-Mayer-Schule in Stuttgart-Mitte, Fritz-Leonhardt-Realschule in Degerloch, Albschule in Degerloch, Königin-Olga-Stift in Stuttgart-West, Ferdinand-Porsche-Gymnasium in Zuffenhausen.
Die Projekte des Neuen Gymnasiums Feuerbach und der Rilke-Realschule in Rot erhalten einen Sonderpreis, mit dem besonders interessante und pädagogisch wertvolle Aktionen auszeichnet werden.
Das Projekt der Schüler des Neuen Gymnasiums ist sehr interessant: Mittels programmierbarer Heizkörperventile, die die Heizung steuern, soll der Energieverbrauch gesenkt werden. Und tatsächlich kann sich das Ergebnis sehen lassen: Durch die gezielte Beheizung zweier Räume nur zu Zeiten, in denen diese tatsächlich genutzt wurden, konnten je nach Lage gegenüber anderen Räumen über 30 Prozent eingespart werden.
Außerdem gelang es den Schülern, Partner aus der Industrie zu gewinnen, die die notwendige technische Ausstattung kostenlos zur Verfügung stellten. Zahlreiche Schüler halfen, die Messdaten zu erfassen.
Die Rilke-Realschule hat das Amt für Umweltschutz durch ihren breit aufgestellten LESS-Arbeitskreis beeindruckt. Neben der Schulleitung, einem Lehrer, einigen Eltern und dem Hausmeister gehören Schüler jeder Klasse den so genannten “Energiesparfüchsen“ an. Diese werden regelmäßig geschult und in den Klassenzimmern als Multiplikatoren eingesetzt. Den “Energiesparfüchsen“ ist es zudem gelungen, das Reinigungspersonal in das Projekt einzubinden. Diese achten am Ende des Tages beispielsweise darauf, dass Fenster geschlossen und Lichter ausgeschaltet sind. Für ihr Engagement als Energiesparfuchs bekommen die Schüler am Ende des Schuljahres ein Zertifikat.
Alle LESS-Teams wollen Beleuchtung, Raumtemperatur und Strom für elektrische Geräte auf das notwendige Maß während der Nutzungszeit begrenzen. Dabei ist es dem Amt für Umweltschutz wichtig, die Unterstützung von allen Lehrern und Schülern zu haben. Denn nachhaltiges Energieeinsparen ist nur möglich, wenn alle zusammenarbeiten und für das Thema sensibilisiert werden.
Im vergangenen Jahr haben die Schulen 300 000 Kilowattstunden Heizenergie und 24 000 Kilowattstunden Strom eingespart. Damit wurde der Kohlenstoffdioxid-Ausstoß um 87 Tonnen reduziert. Das LESS-Projekt soll Kindern und Jugendlichen bewusst machen, dass die auf der Erde vorhandenen Rohstoffe und Energiequellen endlich sind.
Das Wissen, das sie in der Schule einüben, sollen die Schüler auch in ihrem privaten Umfeld anwenden. Dadurch leistet LESS innerhalb und außerhalb der Schulen einen Beitrag zum Umweltschutz. In das Projekt “Lukratives Energiesparen in Stuttgarter Schulen“ können weitere Schulen jederzeit einsteigen.
Die Federführung für das Projekt liegt beim Amt für Umweltschutz, Abteilung Energiewirtschaft. Wer Interesse hat, meldet sich bei Alexandra Henrich, Telefon 2 16-88 728, E-Mail alexandra.henrich@stuttgart.de.


